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Wir verwenden jetzt „luca“

Schluss mit den endlosen Listen. Mit der luca App ist es ganz einfach sich einzuchecken, wenn man das Schützenhaus betritt und auszuchecken wenn man geht.
Voraussetzung ist allerdings ein Handy mit der luca App.

Wer Hilfe benötigt, kann sich vertrauensvoll an die Anwesenden wenden.

Euer WEB-Team

Der Anfang der Normalität

Liebe Schützengemeinde,

vielen Dank für Eure Geduld.

Wir werden das Schützenhaus zum 11.06.2021 wieder öffnen. Der Trainingsbetrieb findet zunächst unter den bekannten Hygienebedingungen (siehe Aushang im Kasten vor dem Eingang) wieder statt.

Bitte tragt Euch in die Anwesenheitslisten ein. Wir sind immer noch verpflichtet, diese zu führen. Wenn absehbar ist, dass viele Schützen/ Besucher anwesend sind, ist es ratsam auch den Impfnachweis mitzuführen.

Wir hoffen, dass uns die Auszeit nicht allzu weit vom letzten Trainingsstand entfernt hat – in diesem Sinne – bleibt gesund und achtet auf Euch.

Gut Schuss!

Euer Vorstand am 09.06.2021

 

Wer zur DM will, muss Einsatz zeigen

WNZ Mittwoch, 02.06.2021
Qualifikationsleistung für Titelkämpfe auf Schießstand des eigenen Vereins dürfen erbracht, müssen aber selbst organisiert werden

Von Sven Jessen

WETZLAR . Was die Qualifikationsmöglichkeiten für die Deutschen Meisterschaften der Schützen angeht, gibt es eine Wende. Die Quali über Bezirkstitelkämpfe entfällt, stattdessen dürfen Schützen individuelle Qualifikationswettkämpfe auf dem Stand ihres Heimatvereins oder auf dem Stand eines befreundeten Clubs organisieren. Dies gab Otmar Martin, Sportleiter im Hessischen Schützenverband (HSV), bekannt.

Mit der Neuregelung des Qualifikationsmodus reagiert der Landesverband darauf, dass den Aktiven die Zeit bis zum DM-Meldeschluss davonrennt, und dass mit einer Rückkehr in den Schießsport, wie er vor der Corona-Pandemie organisiert war, trotz sinkender Inzidenzwerte so schnell nicht zu rechnen ist.

Die Deutschen Meisterschaften auf der Olympia-Schießanlage in Garching-Hochbrück bei München sollen deswegen in zwei Blöcken ausgetragen werden: der erste Teil vom 26. August bis zum 5. September, unter anderem in den populären Gewehr- und Pistolendisziplinen. Meldeschluss für diese Disziplinen ist der 6. Juli. Der zweite Teil ist für den 30. September bis 3. Oktober angesetzt. Hier sollen unter anderen die Auflageschützen zum Zuge kommen. Meldeschluss für diese Wettbewerbe ist der 8. August.

Anzahl der Schüsse und Zehntelwertungen beachten

Für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften sind Limits gesetzt worden, die sowohl das Erbringen von Qualifikationswerten in den einzelnen Altersklassen betreffen als auch die Zulassung einer maximal möglichen Teilnehmerzahl.

In der Praxis soll die Qualifikationsleistung für Garching im eigenen oder bei einem befreundeten Verein unter Aufsicht des dortigen Sportleiters oder Vorsitzenden und unter Einhaltung des gültigen Hygienekonzepts erbracht werden. Die Schießaufsicht trägt das Resultat auf dem Meldeformular ein und bescheinigt die ordnungsgemäße Durchführung. Mitglieder der Landeskader dürfen ihre Quali-Ergebnisse auch im Rahmen der Kaderlehrgänge erbringen. Diese Ergebnisse sind vom Landes- oder vom Landeshonorartrainer zu bestätigen.

HSV-Sportleiter Otmar Martin teilt zu den neuen Regularien und zum geplanten DM-Ablauf mit: „Aufgrund all dieser Informationen kann nun jeder selbst entscheiden, ob er sich für eine DM qualifizieren möchte. Die Meldungen erfolgen über die Bezirke.“ Weiter sagt er: „Je nach Situation der Corona-Pandemie kann sich die Lage natürlich noch verändern. Es kann noch große Erleichterungen geben, es kann aber, wenn wir in eine vierte Welle geraten, weitere Einschränkungen geben. Daher die Bitte an alle, die aktuelle Entwicklung zu beobachten.“

Für die Titelkämpfe können zunächst nur Meldungen für Einzelwettkämpfe erfolgen; Mannschaften werden erst bei den Deutschen Meisterschaften gebildet – mit denjenigen Schützen, die sich tatsächlich vor Ort befinden. Otmar Martin macht klar, was in der Qualifikationsphase zur Disqualifikation führen würde: „Es dürfen keine Halbprogramme geschossen werden.“ Anders formuliert: Es ist unzulässig, das Ergebnis aus einem Halbprogramm mit zwei zu multiplizieren und diesen Wert als Qualifikationsleistung einzubringen.

Außerdem wichtig: In den Disziplinen 1.10 Luftgewehr (alle Klassen), 1.11 Luftgewehr Auflage (alle Klassen), 1.18 Luftgewehr liegend (alle Klassen), 1.36 Kleinkalibergewehr 100 Meter Auflage (alle Klassen), 1.41 Kleinkalibergewehr 50 Meter Auflage (alle Klassen) und 2.11 Luftpistole Auflage (alle Klassen) wird auf Zehntelwertung geschossen. Im Wettbewerb 1.80 Kleinkalibergewehr-Liegendkampf wird abweichend von der ursprünglichen Planung mit voller Ringwertung geschossen.

Der HSV wiederum weist darauf hin, dass für die Wettbewerbe Flinte Trap am 12. und 13. Juni in Wiesbaden ein Qualifikationswettbewerb angeboten wird, denn in Hessen erfüllen nur die Anlagen in Arolsen und eben Wiesbaden die dafür nötigen technischen Voraussetzungen.

Vereine dürfen wieder in Sporthallen

(Anmerkung – der Vorstand der SG Lahnau wird sich in Kürze treffen und über die Öffnung des Schützenhauses bestimmen)
WNZ Mittwoch, 02.06.2021
Nutzung ist im Lahn-Dill-Kreis laut Vize-Landrat unter Corona-Bedingungen ab sofort wieder möglich

Von Jörgen Linker

WETZLAR/DILLENBURG. Training und Wettkampf in den Sporthallen des Lahn-Dill-Kreises ist ab sofort wieder erlaubt, Vereine dürfen die kreiseigenen Hallen nutzen. Das teilte Vize-Landrat Roland Esch (FWG) in der Kreistagssitzung am Montag in Wetzlar mit. Die Kreisregierung habe die Öffnung vor einer Woche beschlossen. Basis sei die aktuelle Corona-Lage mit einer Inzidenz von unter 50 und somit dem Erreichen der zweiten Stufe des hessischen Stufenplans.

Die Sporthallen sollen für die Vereine ausnahmsweise auch während der Sommerferien (19. Juli bis 27. August) geöffnet bleiben, sagte Esch. Damit wolle man auch Menschen, insbesondere Kinder und Jugendlichen, die in dieser Zeit nicht verreisen, Freizeitaktivitäten ermöglichen, aber auch Vereinen die Gelegenheit für Ferienpassaktionen bieten.

Laut Esch dürfen Vereine die Hallen zwar ab sofort wieder nutzen, allerdings könne sich der Zugang noch etwas verzögern: „Wir brauchen gegebenenfalls noch eine Woche zur Grundreinigung, ansonsten sind sie aber auf.“ Die Vereine sollen über die konkreten Zeitpunkte noch informiert werden, über Aushänge an den Hallen beziehungsweise direkt von der Kreisverwaltung.

Für die Nutzung der Sporthallen gelten aber nach wie vor Corona-Beschränkungen.

  • Vereine müssen die Kontaktdaten der Sportler an den jeweiligen Trainings- und Wettkampfterminen erfassen.
  • Vorherige Schnelltests für die Sportler werden empfohlen – sind aber kein Muss.
  • Die Duschen dürfen nicht genutzt werden.
  • Zuschauer sind nicht erlaubt.

Sollte die Sieben-Tages-Inzidenz im Lahn-Dill-Kreis demnächst unter 20 liegen und sich dieser Wert „verfestigen“, wolle die Kreisregierung beraten, ob in den Hallen auch wieder Zuschauer erlaubt sein sollen und die Duschen genutzt werden können.

Das Programm schrumpft

Felix Hollfoth landet auf Rang drei

WNZ, Dienstag, 11.05.2021
Schütze des SV Lahnau kehrt dennoch mit gemischten Gefühlen aus Suhl zurück

SUHL/WETZLAR (tis). Mit gemischten Gefühlen ist Schütze Felix Hollfoth aus Suhl zurückgekommen. Mit der Schnellfeuer-Pistole belegte der 18-Jährige im Kreise der Junioren-Nationalmannschaft den dritten Rang. Nach drei Wettkampftagen – zwei im März und nun am vergangenen Samstag in Thüringen – findet er sich damit ebenfalls auf Platz drei wieder. Die insgesamt 1120 Ringe hätten gleichzeitig die Qualifikation für die Europameisterschaft in diesem Monat im kroatischen Osijek bedeutet. „Insofern“, sagt der Dorlarer, der für den SV Lahnau schießt, „ärgere ich mich nun noch mehr, dass wegen Corona die EM nicht stattfindet. Aber ich kann auch positive Dinge von hier für die Zukunft für mich mitnehmen.“

In Suhl zeigten die insgesamt vier Schützen, die im deutschen Aufgebot für die Schnellfeuerpistole sind, in zwei Halbserien ihr Können. Felix Hollfoth hatte zu Beginn Probleme. Die 273 erzielten Ringe spiegelten sein wahres Leistungsvermögen nicht wieder. Dass er dennoch zu den größten Talenten in dieser Disziplin gehört, zeigte er dann im zweiten Durchgang, als er mit 286 Zählern das zweitbeste Ergebnis des Tages einfuhr.

Da die Auswahl-Trainer aufgrund der strengen Corona-Auflagen die Standaufsicht hatten, musste der Schüler der Goetheschule Wetzlar während des Schießens auf Tipps der Coaches verzichten. „Das war durchaus ungewohnt für mich. Daher kann ich gerade mit der zweiten Halbserie sehr zufrieden sein“, betont der 18-Jährige, der nun darauf hofft, bei den Ranglistenturnieren im Juni weiterhin für Furore sorgen zu können, um damit das Ticket für die WM im August in Peru lösen zu können.

Der EM-Traum muss noch warten

WNZ, 08.05.2021
Schießen: Felix Hollfoth vom SV Lahnau verschiebt wegen der Corona-Pandemie vorerst sein großes Ziel

Von Tim Straßheim

WETZLAR. Es hätte das Wochenende von Felix Hollfoth werden sollen. An diesem Samstag wollte der Schütze des SV Lahnau in Suhl sein großes Ziel in die Tat umsetzen und am dritten Wettkampftag mit der Schnellfeuer-Pistole das Ticket für die Junioren-Europameisterschaft in diesem Monat im kroatischen Osijek lösen. Doch knapp vor einer Woche erhielt der 18-Jährige die traurige Nachricht: Die EM findet ohne die Junioren statt. Es gibt kein umfangreiches Hygienekonzept, lediglich die Berufsschützen, die noch um einen Quotenplatz für Olympia kämpfen, reisen in die viertgrößte Stadt Kroatiens. „Das ist schon sehr schade, ich hätte diese Erfahrung gerne auch mit Blick auf die kommende Saison gerne mitgenommen. Aber ich kann verstehen, dass für die anderen die EM wichtiger ist und wir nun nicht dabei sind“, erklärt der Dorlarer.

Seit diesem Jahr gehört er dem Kader der Junioren-Nationalmannschaft an. Immerhin: In Suhl kann er nun, im Beisein von Deutschlands besten Schützen, sein Können zeigen – auch wenn die dortigen Ergebnisse mit Blick auf die „Euro“ hinfällig sind. Seit Januar hatte sich Felix Hollfoth intensiv auf das Jahr vorbereitet. Beim Bundesleistungszentrum in Wiesbaden bewies er bei den ersten zwei Wettkämpfen sein Talent. Vorher war acht Wochen am Stück in der hessischen Landeshauptstadt Training angesagt. „Es war solide. Ich bin nicht unzufrieden, aber es wäre auch besser gegangen“, sagt er. Fast schon eine Untertreibung. Denn aktuell liegt er im Nationalkader der Junioren auf Rang drei von vier Schützen. Die besten Drei wären zur EM gefahren.

Doch der Schüler der Goetheschule Wetzlar will nicht jammern. Zumal es 2021 durchaus noch viel erreichen gibt. Im Juni stehen die Ranglistenturniere an. Hier hat er dann die Möglichkeit, sich für die Weltmeisterschaft, die im August in Peru auf dem Plan steht, zu qualifizieren. „Ich halte das für möglich. Allerdings weiß ich auch, dass wir alle auf einem ähnlichen Niveau sind“, so der Dorlarer.

Zumal er eventuell Terminschwierigkeiten bekommen könnte. Denn seine mündlichen Abiturprüfungen könnten mit den Ranglistenwettkämpfen kollidieren. Noch stehen die Termine der Schützen im Juni aber nicht konkret fest. „Da bin ich gespannt, was passiert“, sagt Felix Hollfoth.

Schon für die EM-Ausscheidung hatte er immer wieder die schwere Aufgabe, den Spagat zwischen dem schriftlichen Abitur und dem Training zu meistern. „Insofern“, sagt der 18-Jährige, „hätte ich nun mit dem Wissen der gestrichenen Europameisterschaft sicherlich noch mehr für die Schule getan, wobei das Abitur natürlich ohnehin für mich Vorrang hatte.“

200 Schüsse vor dem nächsten Wettkampf in Suhl

So oder so: Die Zeit in Suhl im Kreise der Nationalmannschaft genießt er sichtlich. Profis wie Oliver Geis über die Schultern zu schauen, von ihnen zu lernen: Für den Dorlarer eine wertvolle Erfahrung, die ihn dann spätestens in seinem zweiten Jahr bei den Junioren 2022 weiter voranbringen soll. Für den Wettkampf an diesem Samstag ist er vorbereitet. Die Anlage, die – anders als im Schützenhaus Lahnau – im Freien ist, hat er 24 Stunden vorher noch einmal genauer unter die Lupe genommen. Nicht ganz unwichtig, da jede Anlage anders sei und es dauert, bis sich die Augen an die Lichtverhältnisse gewöhnen. Die Pistole ist gesäubert und getestet, etwa 200 Schüsse hat er im Training noch einmal abgefeuert.

Bei einem Blick auf das eigentliche Pensum von Felix Hollfoth ist das fast schon recht wenig. Vier- bis fünfmal die Woche zeigt er für mehrere Stunden sein Können. Dazu kommen Einladungen für den Landeskader oder eben wie nun für die Junioren-Nationalmannschaft.

Auch seine Mutter Andrea gehörte einst dem Bundeskader an. „Ich möchte ihre Erfahrungen auch erleben“, sagt der Dorlarer. Sein Weg als Schütze war also vorgezeichnet, zumal auch schon seine Großeltern am Schießstand erfolgreich waren und sein Vater Ralf Trainer der Schützen war.

Aktuell muss er aufgrund der Pandemie auf einen Coach, wenn er alleine zu Hause übt, verzichten. So wollen es die Corona-Vorschriften der Schützen. Doch das ist für Felix Hollfoth kein Problem. Er ist froh, seiner Leidenschaft dennoch nachgehen zu können. Zwar war mit Beginn der ersten Welle überhaupt kein Training möglich, doch im Sommer 2020 und auch im November mit der dritten Welle änderte sich das. Zugute kommt ihm dabei, dass er als Spitzenathlet privilegiert ist und eine Sondergenehmigung hat.

Übrigens: Seine ersten beiden Corona-Tests in Suhl fielen negativ aus. Ganz so schlecht hat das Wochenende also doch nicht angefangen.

ZUR PERSON

Felix Hollfoth lebt in Dorlar . Für den SV Lahnau zeigt er mit der Schnellfeuer-Pistole sein Können, zudem geht er mit der Luftpistole in der Oberliga für seinen Verein an den Start. Im Alter von etwa sieben Jahren startete er – zunächst mit dem Gewehr – seine Laufbahn . Der Schüler der Goetheschule in Wetzlar legt in diesem Jahr sein Abitur ab. Anschließend möchte er etwas in Richtung Naturwissenschaft studieren . In seiner Freizeit fährt der 18-Jährige gerne Fahrrad, geht ins Fitness-Studio oder spielt Fußball. (tis)

Schützen wollen Freiraum nutzen

WNZ vom 29.04.2021
Trainings- statt Wettkampfevents können die Saison nicht retten, Einzelnen aber zur DM-Teilnahme verhelfen

Von Sven Jessen

DILLENBURG/WETZLAR. Es ist schon bizarr. Die Besten aus dem Schützenbezirk Lahn-Dill dürfen in ihren Ligen seit Monaten nicht antreten. Die bekannten Gründe: Kontaktbeschränkungen, Lockdown, Eindämmung der Infektionsgefahr. Doch bei den Europameisterschaften in knapp vier Wochen sollen die „Profis“ unter den Amateuren trotzdem glänzen. Am anderen Ende des Leistungsspektrums spielt sich ähnlich Bizarres ab: Am 2. Mai soll in Hüttenberg ein Schieß-Event auf Bezirksebene stattfinden. Haben die Schützen etwa einen Weg gefunden, um die „Bundesnotbremse“ auszuhebeln?

Nein, so ist es nicht. Bezirksschützenmeisterin Dunja Boch macht auf Nachfrage der Redaktion klar, dass die Schützen in „Notbremse“-Zeiten keinesfalls aufs Gaspedal gestiegen sind, und dass die Behörden die Bremse weiterhin angezogen halten. Denn wie überall im Amateursport sind auch den Schützen Wettkämpfe bis einschließlich 30. Juni verboten, sofern die Inzidenzwerte an drei aufeinander folgenden Tagen über 100 liegen und die „Bundesnotbremse“ in Kraft ist.

Was das Training betrifft, so herrscht in körperkontaktfreien Sportarten wie dem Schießen zurzeit eine Beschränkung auf zwei Erwachsene, die sich gleichzeitig auf einem Schießstand aufhalten dürfen und das auch müssen. In der Praxis bedeutet das: Eine Person trainiert, die andere führt qualifiziert Aufsicht, könnte also beispielsweise Erste Hilfe leisten. Trainer oder Zuschauer sind nicht zugelassen. Eine Kontaktsportart wie Tanzen wiederum dürfte nicht einmal trainiert werden, selbst wenn die beiden Beteiligten außerhalb des Sports Tisch und Bett miteinander teilen sollten.

Und doch eröffnet die „Bundesnotbremse“ einen Spielraum, den die Schützen nutzen wollen, damit ihre sportlichen Aktivitäten nicht vollends zum Erliegen kommen: In Abstimmung mit den Kreisbehörden werden Wettkämpfe zu Trainingsschießen erklärt, und aus Mannschaftswettbewerben werden – sofern das organisatorisch zu leisten ist – inoffizielle Einzelschießen.

Alles wie gehabt, nur unter anderen Bezeichnungen? So ist es nicht. In einem Rundschreiben eröffnete Dunja Boch Ende der vergangenen Woche den Vereinen, welche Teile des Wettkampfprogramms unwiederbringlich verloren sind.

Am Sonntag sollen erste Ergebnisse zustandekommen

Nachdem bereits die Hessenmeisterschaften in allen Disziplinen abgesagt worden waren, sind nun auch Teile der Bezirksmeisterschaften nicht mehr zu retten. 2021 wird es mit der Zentralfeuerpistole sowie in den Mixed-Wettbewerben mit dem Luftgewehr und mit dem Kleinkalibergewehr keine Bezirksmeister geben. Schützen, die sich in diesen Disziplinen über die Bezirkstitelkämpfe für die „Deutschen“ qualifizieren wollten, müssen sich von diesem Gedanken verabschieden.

Noch nicht abgesagt, aber zeitlich verschoben wurden die Bezirksmeisterschaften in den Disziplinen Zimmerstutzen Auflage, die für den 2. Mai in Hüttenberg vorgesehen waren, und die Bezirkstitelkämpfe in der Luftgewehr-Dreistellung, die am 8. Mai in Haiger hätten stattfinden sollen. Die Meldefristen für die Deutschen Meisterschaften liegen in diesen Disziplinen noch weit genug entfernt, um auf einen Nachholtermin hoffen zu dürfen.

In weiteren Disziplinen wird der Schützenbezirk Lahn-Dill abwarten, was sich auf Hessen- und Bundesebene in den kommenden Tagen ereignet. Bezirksschützenmeisterin Dunja Boch teilte den Vereinen hierzu mit: „Da noch keine Informationen des HSV bzw. DSB vorliegen, ob die DM ausgetragen wird, möchte ich Euch noch etwas um Geduld bitte. Ich rechne damit, dass zum 1. Mai die Entscheidungen des DSB vorliegt. Momentan sind wir aber noch an die vorgegebenen Meldetermine gebunden und damit auch an unseren Zeitplan.“

Die große Überraschung nach Einführung der „Bundesnotbremse“: Am 2. Mai sollen in Hüttenberg trotzdem Ergebnisse auf die Scheiben gebracht werden.

Für die Bezirksmeisterschaften in der Disziplin Zimmerstutzen hatten neun Männer aus drei Vereinen gemeldet, wobei für Sonntag mit der einen oder anderen kurzfristigen Absage zu rechnen ist. Der Wettkampf wird nun als Trainingsschießen stattfinden, zu dem die Schießaufsicht nach und nach (beispielsweise im Abstand von etwas mehr als einer Stunde) einen Teilnehmer nach dem anderen auf den Schießstand bitten wird. Geselliges Miteinander? Entfällt auf diese Weise.

Auf diese Weise hätten die Schützen den gesetzlichen Vorgaben für die Ausübung des Schießsports (der eine Aufsicht vorschreibt) wie der „Bundesnotbremse“ (die maximal zwei Beteiligte im Trainingsbetrieb gestattet) gleichermaßen genüge getan. Die erzielten Resultate wären zwar keine offiziellen, aber unter Umständen tauglich für die Zulassung zur Deutschen Meisterschaft.

Es klingt nach einer Trickserei. Es ist aber keine, weil das vierte Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite kontaktlosen Individualsport zu Trainingszwecken ausdrücklich erlaubt.

Andererseits: Von der Magie des Schießsports bleibt unter den aktuellen Gegebenheiten eben auch kaum mehr übrig als ein paar Taschenspielertricks – schlechte Kompromisse, die den gewohnten Wettkampf mit seinen taktischen Möglichkeiten im unmittelbaren Duell der Konkurrenten gegeneinander nicht ersetzen können. Dies wird mit Blick auf die Rundenwettkämpfe klar.

Die Kleinkaliberwettkämpfe hätten eigentlich im April beginnen sollen. Der Rundenstart ist inzwischen auf den Mai verschoben worden. Auch dann wird es nur noch ein Trainingsschießen geben, das sich offiziell „internes Vergleichsschießen“ nennt, kündigte Dunja Boch an. Es läuft also auf Einzel- und Fernwettkämpfe zur Kontrolle des individuellen Leistungsstandes hinaus.

„Notbremse“ gestattet Individualsport ausdrücklich

Die erzielten Einzelresultate könnten anschließend zwar zu Mannschaftsscores addiert werden. Außerdem wäre es möglich, eine Tabelle zu erstellen. Allerdings: Es wird eine Runde ohne echten sportlichen Wert sein. Aufstieg und Abstieg sind ausgesetzt. Mannschaftsrückzüge sind möglich und werden nicht bestraft. Erste Absagen würden bereits vorliegen.

Die Kleinkaliberrunde 2021 lässt sich auf diese Weise nicht retten. Dunja Boch verteidigt den Versuch, den möglichen Spielraum trotzdem auszuloten, denn welche Sportart würde es nicht tun? Sie sagt: „Klar, das ist kein Ersatz für den Wettkampfsport. Aber der Bezirk will seinen Aktiven wenigstens dieses Angebot machen.“

Die Bezirksschützenmeisterin würde sich freuen, wenn es die Vereine schaffen würden, ihre drei bis fünf Schützen, die eine Mannschaft bilden, innerhalb einer 14-Tages-Frist zu Einzelterminen auf die Schießstände zu bringen. Das bedeutet für diejenigen, die schießen wollen, einen sehr hohen organisatorischen Aufwand. „Aber die Schützen könnten sich auf diese Weise mit den anderen vergleichen und könnten sehen, wo sie nach diesem langen Lockdown stehen“, sagt Dunja Boch.

Ob dies das Wahre ist, muss jeder selbst entscheiden. Aber es ist eine Möglichkeit, über die viele andere Sportarten seit vergangenem Herbst nicht einmal mehr ansatzweise verfügen. Zu nennen wären die Schwimmer, vor allem aber die Ball- und Mannschaftssportler.

„Das Beste daraus gemacht“

WNZ Dienstag, 13.04.2021

Hessischer Schützentag schrumpft zu einer Online-Infoveranstaltung
Von Sven Jessen

DILLENBURG/WETZLAR. Der Hessische Schützenverband ist am vergangenen Wochenende in seinen Planungen einen kleinen Schritt vorangekommen. Weil die Corona-Pandemie einen Hessischen Schützentag mit mehreren Hundert Teilnehmern verhinderte, hat das Präsidium seine Beschlussvorlagen zu den Haushalten 2020 und 2021 in mehreren Online-Sitzungen mit den Delegierten der 27 Schützenbezirke vorgestellt. Die Beschlussvorlagen sollen nun in einem schriftlichen Umlaufverfahren gegengezeichnet werden.

Eigentlich hätte am vergangenen Sonntag eine riesengroße Runde in Alsfeld zusammenkommen sollen. In der Hessenhalle ist aber seit mehr als einem Monat ein Impfzentrum eingerichtet. Der Verband entschloss sich deswegen zu einer Online-Veranstaltung.

Zu denjenigen, die am vergangenen Samstag und Sonntag vor die Bildschirme gebeten waren, zählte Dunja Boch. Die Bezirksschützenmeisterin und die 21 Delegierten aus dem Schützenbezirk Lahn-Dill waren gemeinsam mit den Vertretern einiger anderer Bezirksverbände für Sonntag, 12 Uhr, eingeladen worden. Es war einer von mehreren Terminen, die der Verband für das gesamte Wochenende geblockt hatte, um überhaupt alle Teilnehmer in ein Video-Netzwerk holen zu können. Die für jede Gruppe vorgesehenen 90 Minuten genügten jedenfalls, um alle Tagesordnungspunkte abzuhandeln.

Dunja Boch resümierte: „Das Ganze trug eher den Charakter einer Informationsveranstaltung als eines Schützentages.“ Der eine oder andere Teilnehmer hätte sich durchaus eine intensivere Debatte gewünscht. Fragen konnten gestellt werden, kamen Dunja Boch zufolge aber etwas zu kurz. „Das war allein dem Veranstaltungsformat geschuldet“, sagte sie. „Letztendlich hat der Verband das Beste aus der Situation gemacht. Besser so, als dass die Beschlussvorlagen mit einem kurzen Begleittext versehen an die Delegierten verschickt worden wären“, fand sie.

Mit einer gewissen Restspannung muss nun abgewartet werden, mit welchem Votum die Delegierten die Unterlagen tatsächlich an den Verband zurückschicken und wofür sich Mehrheiten finden werden. „Ich gehe davon aus, dass der Haushalt genehmigt wird“, sagte Dunja Boch.

An der Genehmigung der Haushalte der letzten beiden Jahre hängen mehrere Entscheidungen: Erstens die Finanzierung der Umbauarbeiten am Landesleistungszentrum, zweitens der Wegfall einer Umlage, mit der die hessischen Vereine die Elektrifizierung der Luftdruckstände in Frankfurt sonst zu einem wesentlichen Teil bezahlt hätten, und drittens die Gewährung einer „Corona-Hilfe“ an die Vereine.

Die Modernisierung des Landesleistungszentrums in Frankfurt wird voraussichtlich eine halbe Million Euro kosten. Zur Vorfinanzierung hat der Verband Rücklagen in Höhe von 200.000 Euro gebildet. Weitere 300.000 Euro sollen aus Rücklagen für Betriebsmittel kommen. Es wird erwartet, dass diese Betriebsmittelrücklage durch Fördermittel der Stadt Frankfurt und des Landes Hessen ausgeglichen wird. Würde es so kommen, dann wäre auch die geplante Umlage in Höhe von 4,50 Euro je erwachsenem Mitglied vom Tisch, die die Vereine ansonsten entrichten müssten.

Würde sich eine Mehrheit für den Haushalt finden, dann kämen die Vereine außerdem in den Genuss einer einmaligen „Corona-Hilfe“ in Höhe von 100 Euro. Diese Hilfe müsste beim Verband beantragt werden. Bei einer Befragung der Vereine im Schützenbezirk Lahn-Dill sprachen sich Dunja Boch zufolge zwei Drittel für eine solche Hilfszahlung aus. Ein Drittel könnte auf 100 Euro verzichten, käme mit einem solchen Betrag nicht wesentlich weiter oder fand, der Verband könne das Geld für anderes sinnvoller einsetzen.

Hinter anderen Planungen setzt der weitere Verlauf der Corona-Pandemie noch große Fragezeichen. Ob es Deutsche Meisterschaften geben wird, entscheidet sich möglicherweise im Vorfeld des Deutschen Schützentages am 1. Mai in Gotha. Nachdem der hessische Landesverband seine Meisterschaften bereits abgesagt hatte, wird mindestens mit einem Zusammenstreichen des DM-Programms gerechnet. Im August und im September hätten die Wettbewerbe in den olympischen Disziplinen ausgerichtet werden sollen. Im September und im Oktober wären dann die Auflagewettbewerbe gefolgt.

Die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften würde in Hessen über die Bezirksmeisterschaften abgewickelt werden. Erste Qualifikationsergebnisse müssten bis Anfang Juni, der Hauptteil bis Anfang Juli an den Verband gemeldet werden. An die Durchführung solcher Meisterschaften ist im Lahn-Dill-Kreis angesichts hoher Inzidenzzahlen (die Sieben-Tage-Inzidenz betrug Stand Sonntag, 10 Uhr, 203,6) und angesichts der Sperrung überdachter Schießsportanlagen bis auf Weiteres nicht zu denken.

Abwarten müssen die Schützen außerdem, ob das geplante Jahrgangsschießen für den Nachwuchs wie geplant stattfinden kann. Am 15. Mai hätten hierzu schätzungsweise 90 Aktive in Frankfurt zusammenkommen sollen. Zehn Prozent der hessischen Nachwuchsschützen hätten ihren Vereinen im Laufe der Pandemie bereits den Rücken gekehrt.

Klarheit gibt es hingegen, was die Bezirksschützentage angeht: Sie dürfen wegen der geltenden Kontaktbeschränkungen auf das Jahr 2022 verschoben werden. Die Bezirksvorstände würden bis zur nächsten Wahl im Amt bleiben. Dunja Boch begrüßt diese Regelung: „Ich fände es ungünstig, einen Bezirkstag digital stattfinden zu lassen. Gerade in einem so großen Bezirk wie unserem könnten wir gar nicht alle Vereine auf einmal mitnehmen.“

Weniger konkret ist zurzeit der Einsatz eines neuen „Meisterschaftstools“. Über diese Software, eine Mischung aus dem „David“-Programm und dem Rundenwettkampfmelder könnten beispielsweise inoffizielle Wettkämpfe abgewickelt werden. Dass der Schießsport bald wieder in die Gänge kommt, läge Dunja Boch jedenfalls am Herzen: „Wir wollen den Aktiven so viel wie möglich anbieten und so wenig wie möglich absagen.“

Schützen starten später in die Runde

WNZ Donnerstag, 08.04.2021

DILLENBURG/WETZLAR (jes). Der Reigen der Terminverschiebungen im Schützenbezirk Lahn-Dill setzt sich fort: Während die Planungen für die Bezirksmeisterschaften schon mehrmals über den Haufen geworfen worden waren, lassen sich nun auch die Termine für die Kleinkaliber-Rundenwettkämpfe pandemiebedingt nicht halten.

Die Sportpistolenschützen hätten in dieser Woche auf die Schießstände zurückkehren wollen. Am Mittwoch wäre die Bezirksliga-Saison mit der Begegnung SV Steindorf gegen den SV Hüttenberg eröffnet worden. In der Kreisklasse hätte am selben Abend der SV Simmersbach gegen den SV Herborn schießen wollen. Die Wettkämpfe der übrigen Teams hätten den ersten Kampftag bis zum Sonntagabend komplettiert.

Ruhepause gilt vorerst bis zum 23. April

Sascha Losert, Rundenwettkampfleiter für die Pistolenschützen, erläuterte in einem Rundschreiben an die Vereine, dass der Lahn-Dill-Kreis nach Erreichen der Inzidenzzahl 200 entschieden habe: „Alle gedeckten Sportanlagen öffentlicher und privater Art sind zu schließen.“ Diese Anordnung gilt bis zum 23. April. Der Start in die Runde nach den bisherigen Terminplänen ist also nicht mehr möglich. Im April hätten neben der ersten auch schon die zweite und die dritte Runde stattfinden sollen.

Neben den Sportpistolenschützen müssen auch die Standardpistolenschützen (ursprünglicher Rundenstart: 12. April), die Schützen mit der Freien Pistole (ursprünglicher Rundenstart: 22. April) und die Kleinkalibergewehrschützen (ursprünglicher Rundenstart: 17. April) mit dem Start in die Rundenwettkämpfe warten.

Die Bezirksschützenmeisterin Dunja Boch teilt dazu mit: „Vorerst werden die bis zum 23. April vorgesehenen Wettkämpfe, soweit möglich, hinten angestellt. Eine Änderung der Rundenwettkampfpläne wird es nicht geben. Wir hoffen, baldmöglichst die Wettkämpfe wieder aufnehmen und damit auch die Meisterschaften im Mai starten zu können.“