Aktuelles

„Das Beste daraus gemacht“

WNZ Dienstag, 13.04.2021

Hessischer Schützentag schrumpft zu einer Online-Infoveranstaltung
Von Sven Jessen

DILLENBURG/WETZLAR. Der Hessische Schützenverband ist am vergangenen Wochenende in seinen Planungen einen kleinen Schritt vorangekommen. Weil die Corona-Pandemie einen Hessischen Schützentag mit mehreren Hundert Teilnehmern verhinderte, hat das Präsidium seine Beschlussvorlagen zu den Haushalten 2020 und 2021 in mehreren Online-Sitzungen mit den Delegierten der 27 Schützenbezirke vorgestellt. Die Beschlussvorlagen sollen nun in einem schriftlichen Umlaufverfahren gegengezeichnet werden.

Eigentlich hätte am vergangenen Sonntag eine riesengroße Runde in Alsfeld zusammenkommen sollen. In der Hessenhalle ist aber seit mehr als einem Monat ein Impfzentrum eingerichtet. Der Verband entschloss sich deswegen zu einer Online-Veranstaltung.

Zu denjenigen, die am vergangenen Samstag und Sonntag vor die Bildschirme gebeten waren, zählte Dunja Boch. Die Bezirksschützenmeisterin und die 21 Delegierten aus dem Schützenbezirk Lahn-Dill waren gemeinsam mit den Vertretern einiger anderer Bezirksverbände für Sonntag, 12 Uhr, eingeladen worden. Es war einer von mehreren Terminen, die der Verband für das gesamte Wochenende geblockt hatte, um überhaupt alle Teilnehmer in ein Video-Netzwerk holen zu können. Die für jede Gruppe vorgesehenen 90 Minuten genügten jedenfalls, um alle Tagesordnungspunkte abzuhandeln.

Dunja Boch resümierte: „Das Ganze trug eher den Charakter einer Informationsveranstaltung als eines Schützentages.“ Der eine oder andere Teilnehmer hätte sich durchaus eine intensivere Debatte gewünscht. Fragen konnten gestellt werden, kamen Dunja Boch zufolge aber etwas zu kurz. „Das war allein dem Veranstaltungsformat geschuldet“, sagte sie. „Letztendlich hat der Verband das Beste aus der Situation gemacht. Besser so, als dass die Beschlussvorlagen mit einem kurzen Begleittext versehen an die Delegierten verschickt worden wären“, fand sie.

Mit einer gewissen Restspannung muss nun abgewartet werden, mit welchem Votum die Delegierten die Unterlagen tatsächlich an den Verband zurückschicken und wofür sich Mehrheiten finden werden. „Ich gehe davon aus, dass der Haushalt genehmigt wird“, sagte Dunja Boch.

An der Genehmigung der Haushalte der letzten beiden Jahre hängen mehrere Entscheidungen: Erstens die Finanzierung der Umbauarbeiten am Landesleistungszentrum, zweitens der Wegfall einer Umlage, mit der die hessischen Vereine die Elektrifizierung der Luftdruckstände in Frankfurt sonst zu einem wesentlichen Teil bezahlt hätten, und drittens die Gewährung einer „Corona-Hilfe“ an die Vereine.

Die Modernisierung des Landesleistungszentrums in Frankfurt wird voraussichtlich eine halbe Million Euro kosten. Zur Vorfinanzierung hat der Verband Rücklagen in Höhe von 200.000 Euro gebildet. Weitere 300.000 Euro sollen aus Rücklagen für Betriebsmittel kommen. Es wird erwartet, dass diese Betriebsmittelrücklage durch Fördermittel der Stadt Frankfurt und des Landes Hessen ausgeglichen wird. Würde es so kommen, dann wäre auch die geplante Umlage in Höhe von 4,50 Euro je erwachsenem Mitglied vom Tisch, die die Vereine ansonsten entrichten müssten.

Würde sich eine Mehrheit für den Haushalt finden, dann kämen die Vereine außerdem in den Genuss einer einmaligen „Corona-Hilfe“ in Höhe von 100 Euro. Diese Hilfe müsste beim Verband beantragt werden. Bei einer Befragung der Vereine im Schützenbezirk Lahn-Dill sprachen sich Dunja Boch zufolge zwei Drittel für eine solche Hilfszahlung aus. Ein Drittel könnte auf 100 Euro verzichten, käme mit einem solchen Betrag nicht wesentlich weiter oder fand, der Verband könne das Geld für anderes sinnvoller einsetzen.

Hinter anderen Planungen setzt der weitere Verlauf der Corona-Pandemie noch große Fragezeichen. Ob es Deutsche Meisterschaften geben wird, entscheidet sich möglicherweise im Vorfeld des Deutschen Schützentages am 1. Mai in Gotha. Nachdem der hessische Landesverband seine Meisterschaften bereits abgesagt hatte, wird mindestens mit einem Zusammenstreichen des DM-Programms gerechnet. Im August und im September hätten die Wettbewerbe in den olympischen Disziplinen ausgerichtet werden sollen. Im September und im Oktober wären dann die Auflagewettbewerbe gefolgt.

Die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften würde in Hessen über die Bezirksmeisterschaften abgewickelt werden. Erste Qualifikationsergebnisse müssten bis Anfang Juni, der Hauptteil bis Anfang Juli an den Verband gemeldet werden. An die Durchführung solcher Meisterschaften ist im Lahn-Dill-Kreis angesichts hoher Inzidenzzahlen (die Sieben-Tage-Inzidenz betrug Stand Sonntag, 10 Uhr, 203,6) und angesichts der Sperrung überdachter Schießsportanlagen bis auf Weiteres nicht zu denken.

Abwarten müssen die Schützen außerdem, ob das geplante Jahrgangsschießen für den Nachwuchs wie geplant stattfinden kann. Am 15. Mai hätten hierzu schätzungsweise 90 Aktive in Frankfurt zusammenkommen sollen. Zehn Prozent der hessischen Nachwuchsschützen hätten ihren Vereinen im Laufe der Pandemie bereits den Rücken gekehrt.

Klarheit gibt es hingegen, was die Bezirksschützentage angeht: Sie dürfen wegen der geltenden Kontaktbeschränkungen auf das Jahr 2022 verschoben werden. Die Bezirksvorstände würden bis zur nächsten Wahl im Amt bleiben. Dunja Boch begrüßt diese Regelung: „Ich fände es ungünstig, einen Bezirkstag digital stattfinden zu lassen. Gerade in einem so großen Bezirk wie unserem könnten wir gar nicht alle Vereine auf einmal mitnehmen.“

Weniger konkret ist zurzeit der Einsatz eines neuen „Meisterschaftstools“. Über diese Software, eine Mischung aus dem „David“-Programm und dem Rundenwettkampfmelder könnten beispielsweise inoffizielle Wettkämpfe abgewickelt werden. Dass der Schießsport bald wieder in die Gänge kommt, läge Dunja Boch jedenfalls am Herzen: „Wir wollen den Aktiven so viel wie möglich anbieten und so wenig wie möglich absagen.“

Schützen starten später in die Runde

WNZ Donnerstag, 08.04.2021

DILLENBURG/WETZLAR (jes). Der Reigen der Terminverschiebungen im Schützenbezirk Lahn-Dill setzt sich fort: Während die Planungen für die Bezirksmeisterschaften schon mehrmals über den Haufen geworfen worden waren, lassen sich nun auch die Termine für die Kleinkaliber-Rundenwettkämpfe pandemiebedingt nicht halten.

Die Sportpistolenschützen hätten in dieser Woche auf die Schießstände zurückkehren wollen. Am Mittwoch wäre die Bezirksliga-Saison mit der Begegnung SV Steindorf gegen den SV Hüttenberg eröffnet worden. In der Kreisklasse hätte am selben Abend der SV Simmersbach gegen den SV Herborn schießen wollen. Die Wettkämpfe der übrigen Teams hätten den ersten Kampftag bis zum Sonntagabend komplettiert.

Ruhepause gilt vorerst bis zum 23. April

Sascha Losert, Rundenwettkampfleiter für die Pistolenschützen, erläuterte in einem Rundschreiben an die Vereine, dass der Lahn-Dill-Kreis nach Erreichen der Inzidenzzahl 200 entschieden habe: „Alle gedeckten Sportanlagen öffentlicher und privater Art sind zu schließen.“ Diese Anordnung gilt bis zum 23. April. Der Start in die Runde nach den bisherigen Terminplänen ist also nicht mehr möglich. Im April hätten neben der ersten auch schon die zweite und die dritte Runde stattfinden sollen.

Neben den Sportpistolenschützen müssen auch die Standardpistolenschützen (ursprünglicher Rundenstart: 12. April), die Schützen mit der Freien Pistole (ursprünglicher Rundenstart: 22. April) und die Kleinkalibergewehrschützen (ursprünglicher Rundenstart: 17. April) mit dem Start in die Rundenwettkämpfe warten.

Die Bezirksschützenmeisterin Dunja Boch teilt dazu mit: „Vorerst werden die bis zum 23. April vorgesehenen Wettkämpfe, soweit möglich, hinten angestellt. Eine Änderung der Rundenwettkampfpläne wird es nicht geben. Wir hoffen, baldmöglichst die Wettkämpfe wieder aufnehmen und damit auch die Meisterschaften im Mai starten zu können.“

Statt der Vereine zahlt der Verband

WNZ Donnerstag, 11.03.2021
Lockdown sorgt im Hessischen Schützenverband für eine Entspannung der Haushaltslage

Von Sven Jessen

DILLENBURG/WETZLAR. „Die Vereinsumlage ist vom Tisch.“ Das ist eine der wesentlichen Nachrichten, die Dunja Boch von der Gesamtvorstandssitzung des Hessischen Schützenverbands mitgebracht hat.

Die Bezirksschützenmeisterin im Bezirk Lahn-Dill nahm vor kurzem an einer zweieinhalbstündigen Videokonferenz mit dem Landespräsidium, den Referenten und den Vertretern der 27 Bezirke teil. Die Videokonferenz mit insgesamt 57 Personen ersetzte die im Vorfeld der Landesdelegiertenversammlung geplante Präsenzveranstaltung in Bad Homburg.

Was der Verzicht auf eine Umlage in Höhe von 4,50 Euro je erwachsenem Mitglied für die Vereine an Belastungen bedeutet hätte, rechnete Dunja Boch für ihren eigenen Verein, den SV Steindorf, vor: „Ich bin wirklich froh, dass die Umlage entfällt. Das wären bei uns ungefähr 750 Euro gewesen“ – Geld, das Verein und Mitglieder zusätzlich an den Verband hätten abführen müssen, um die geplanten Umbauarbeiten am Landesleistungszentrum in Frankfurt zu finanzieren.

Stattdessen stehen die Chancen nicht schlecht, dass sich der Fluss der Geldströme umkehren könnte. Der Landesverband hat nämlich unter anderem durch Ausgabeneinsparungen während der langen Lockdownphasen so hohe Rücklagen gebildet, dass am Sonntag sogar über eine Art „Corona-Hilfe“ an die Vereine debattiert wurde. Damit es dazu käme, müsste die Landesdelegiertenversammlung im Rahmen der Haushaltsverabschiedung zustimmen. Sie hätte am 11. April in Alsfeld tagen sollen. In der Hessenhalle ist inzwischen aber das Impfzentrum für den Vogelsbergkreis untergebracht worden.

Eine kleine Enttäuschung gab es für alle, die sich demnächst ein neues Sportgerät zulegen wollten: Die Landesbehörden pochen auf Einhaltung der Waffengesetze und verlangen auch in einer Zeit ohne sportliche Wettkämpfe den Nachweis von Aktivitäten als Sportschütze. Die Themen im Überblick:

Die Finanzlage: „Ausgabeneinsparungen stärken die Rücklagen“, mit diesen Worten hat der Verband die Zusammenfassung der Nachrichten vom Sonntag überschrieben. Vizepräsident Thomas Scholl sagte: „Daher kann auf die geplante Umlage für die Vereine verzichtet werden.“

Schatzmeister Friedhelm Wollenhaupt berichtete von einem besonderen Jahr 2020, das beispielsweise nach der Absage von Landesmeisterschaften und nach Kurzarbeit auf der Geschäftsstelle von weniger Einnahmen, aber gleichzeitig auch von deutlich weniger Ausgaben geprägt war. Der geplante Einbau der elektronischen Schießstände in die große Halle des Frankfurter Landesleistungszentrums wird nun voraussichtlich komplett aus eigenen Mitteln und Fördergeldern der öffentlichen Hand bestritten werden können.

„Corona-Hilfe“: Mit Blick auf die hessischen Schützenvereine sprach Vizepräsident Thomas Scholl von einer angespannten finanziellen Situation. Das Präsidium befürworte es, die Vereine finanziell zu unterstützen. In der Debatte war von einer Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro je Verein die Rede.

Diese Idee wird jedoch durchaus kritisch gesehen. So sagte Dunja Boch – nicht als Bezirksvorsitzende, sondern als Privatperson – in einem Gespräch mit dieser Zeitung: „Was nutzen einem Verein 100 Euro? Das ist ein Tropfen auf einen heißen Stein. Ich würde sogar sagen: Das brauchen wir nicht.“

Ein weiterer Aspekt: Kleinvereine mit wenigen Aktiven und mit wenigen Mitgliedern bekämen dasselbe wie Großvereine, die obendrein vielleicht noch Jugendarbeit betreiben. „Gerecht ist diese Gleichbehandlung nicht“, gab Dunja Boch zu bedenken.

Saison 2020 und Saison 2021: Sportleiter Otmar Martin berichtete von einer Saison 2020, in der nur einige der sonst so vielen Wettkämpfe geschossen werden konnten. Präsidentin Tanja Frank sagte mit Blick auf die abgesagten Landesmeisterschaften: „Es wurde viel Vorarbeit geleistet, die nicht genutzt werden konnte.“ Jugendleiter Stefan Rinke unterstrich die Ausführungen des Sportleiters und ergänzte, dass im Jugendbereich ein zehnprozentiger Mitgliederschwund festzustellen ist.

Sportleiter Otmar Martin kündigte an, dass die Meisterschaften 2021 wie üblich geplant wurden und nach zwei Sportausschusssitzungen per Videokonferenz der Entschluss gefasst wurde, keine Hessischen Meisterschaften auszutragen. „So bekommen wir mehr Zeit für die Bezirksmeisterschaften. Die Zeit wird immer knapper und wir wollen dem Breitensport diese Möglichkeit geben, damit überhaupt etwas stattfindet.“ Otmar Martin hofft, dass eine Qualifikation für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften auf den Bezirksebenen möglich ist. „Wir warten darauf, dass wir unseren Sport wieder ausüben dürfen.“

Waffenrecht und Bedürfnisanträge im Lockdown: Wie Dunja Boch als Nachricht aus der Videokonferenz mitbrachte, hat der Verband inzwischen mit dem Hessischen Innenministerium eine Reglung getroffen. Es bleibt dabei: Der 18-malige Nachweis von Schießterminen in den vergangenen zwölf Monaten muss zwingend eingehalten werden.

Das Ministerium ist der Ansicht, dass ein Einzelschießen auf den Vereinsständen selbst während des Lockdowns zu organisieren gewesen wäre. Allerdings darf die Unterbrechung der Schießaktivitäten zurzeit mehr als drei Monate betragen – vorausgesetzt, der Verein hat sein Schützenhaus wegen Corona geschlossen. Dies muss der Verein im Schießnachweis bestätigen.

Der Rat der Bezirksschützenmeisterin an alle, die sich eine neue Waffe zulegen wollen, lautet deswegen, im Laufe der kommenden Wochen und Monate 18 Schießnachweise zustande zu bekommen, und sei es als Gastschütze bei einem Verein, der es schafft, die Öffnung seines Schützenhauses und das Stellen einer qualifizierten Schießaufsicht zu organisieren.

Die Landkreisbehörden wiederum setzen die Regelüberprüfungen der Sportschützen zurzeit noch aus, teile die Bezirksschützenmeisterin mit.

Landesdelegiertenversammlung am 11. April in Alsfeld: Ein wichtiger Termin, bei dem der Haushalt verabschiedet werden soll, an dem die Finanzierung der Umbauarbeiten am Landesleistungszentrum in Frankfurt, die Finanzierung der Trainerstellen und gegebenenfalls die Finanzierung der „Corona-Hilfe“ an die Vereine hängt. Aber: „Aktuell ist die Hessenhalle in Alsfeld ein Impfzentrum und im Moment ist keine Aussage möglich, ob die Veranstaltung stattfinden kann“, sagte Präsidentin Tanja Frank. „Gegebenenfalls erfolgt eine Verschiebung in den Sommer oder Herbst oder die Landesdelegiertenversammlung findet als Videokonferenz statt.“ Abschließend ist über das weitere Vorgehen noch keine Entscheidung getroffen worden.

Deutscher Schützentag am 1. Mai in Gotha: Eine digitale Lösung wird es für den Deutschen Schützentag geben, teilte Geschäftsführer Hans Bröer mit. Aus Hessen werden folgende Delegierte teilnehmen: Präsidentin Tanja Frank, die Vizepräsidenten Thomas Scholl und Markus Weber sowie die Bezirksschützenmeister Dieter Thielmann (Schützenbezirk Rotenburg), Dunja Boch (Schützenbezirk Lahn-Dill), Manfred Winter (Schützenbezirk Nassau), Hans-Joachim Velt (Schützenbezirk Biedenkopf), Klaus-Jürgen Hensel (Schützenbezirk Marburg) und Ingmar Krausmüller (Schützenbezirk Vogelsberg).

EHRENMITGLIED HARTMUT PFNORR

Im Rahmen der Videokonferenz am vergangenen Sonntag hat der Hessische Schützenverband seinen früheren Vizepräsidenten Hartmut Pfnorr zum Ehrenmitglied ernannt. Vizepräsident Thomas Scholl würdigte die langjährigen Verdienste Pfnorrs als Vorsitzender des Schützenvereins Biebrich, als Gauschützenmeister von 2000 bis 2015 und als Vizepräsident des Hessischen Schützenverbandes von 2015 bis 2019. Pfnorr war bereits mit dem Ehrenkreuz in Gold des Deutschen Schützenbundes ausgezeichnet worden. (jes)

„Es ist hart an der Schmerzgrenze“

WNZ vom 24.02.2021
Je länger der Lockdown dauert, desto mehr fürchten die Sportschützen Aktiven-Abmeldungen

Von Sven Jessen

DILLENBURG/WETZLAR. Wenn am kommenden Sonntag die Bezirksschützenmeister mit der Geschäftsführung des Hessischen Schützenverbands konferieren werden, dann weiß Dunja Boch, welche Themen sie platzieren wird. Die Schützen im Bezirk Lahn-Dill bewegt zurzeit einiges. Mitte der vergangenen Woche haben Vereinsvertreter aus dem Schützenbezirk Lahn-Dill ihrer Bezirksschützenmeisterin im Rahmen eines Video-Stammtischs etliche Impulse auf den Weg gegeben.

Im vierten Monat des Lockdowns und nach bald einem Jahr mit Schießsport, der über Ansätze kaum hinausgekommen ist, sieht Dunja Boch die Geduld mancher Aktiver langsam am Ende. „Es ist hart an der Schmerzgrenze“, gibt sie das Stimmungsbild wieder, das einige der 17 Teilnehmer am Video-Stammtisch zeichneten.

„Alle sehen die Schwierigkeit, Aktive und Ehrenamtler bei der Stange zu halten. Bisher gibt es bei den Aktiven und was die Mannschaftsmeldungen zur Feuerwaffenrunde betrifft kaum Abmeldungen. Aber wenn wir im April nicht starten werden, dann wird einiges einbrechen“, befürchtet die Bezirksschützenmeisterin.

Außerdem würde ein großer Teil der Sportschützen ohne laufenden Sportbetrieb vor dem Problem stehen, ein Bedürfnis für den erlaubnispflichtigen Waffenbesitz nicht nachweisen zu können. Sowohl der Erwerb als auch der Besitz der Sportgeräte unterliegt dem Waffengesetz. In Paragraph 14 ist festgelegt, welche Mindestaktivitäten im Sportbetrieb nachgewiesen werden müssen.

Bedürfnis nach einer Waffe ist an Sportangebot gekoppelt

Dunja Boch sagt: „Corona erschwert diesen Bedürfnisnachweis immens. Das ist ein Thema, um das sich der Verband kümmern muss. Er muss sich beim Gesetzgeber einsetzen. Zumindest sollte er dort Verständnis für die Situation wecken. Wir wollen ja wieder mit dem Schießen beginnen.“

Zurzeit bedeutet die Beschäftigung mit den Themen Trainings- und Wettkampfplanung für Amateurschützen aber vor allem, dass Events abgesagt oder von Monat zu Monat verschoben werden. Die Liga-Wettbewerbe, die im Herbst und Winter hätten stattfinden sollen, wurden nach der ersten oder zweiten Runde eingefroren oder abgesagt. Für die Bezirksmeisterschaften gibt es inzwischen die dritte Terminplanung. Der Monat der Hoffnung heißt Mai.

In vielen Vereinen kommt zurzeit aber nicht einmal ein Trainingsbetrieb zustande. Denn: Während eines Trainingsabends finden normalerweise mehrere Schützen auf einem Schießstand Platz. Auf Kleinkaliberständen sind es oft fünf oder sechs, auf Ständen für Luftdruckwaffen bis zu zehn. Zurzeit dürften unter Beachtung eines Hygienekonzepts aber nur zwei gleichzeitig auf den Stand. Aber: Der zweite Schütze muss für eine qualifizierte Aufsicht sorgen. Das bedeutet: Er muss dafür sorgen, dass die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden, und er muss im Notfall Erste Hilfe leisten können. Auch hier spielt die Waffengesetzgebung in die Praxis hinein – ein fundamentaler Unterschied beispielsweise zu einer Sportart wie Tennis, in der zurzeit zwei Spieler oder ein Spieler und ein Trainer einfach loslegen dürfen und in einer Individualsportart einen Rahmen vorfinden, der dem Gewohnten bisweilen schon zu 100 Prozent entspricht.

„Dass es ein Verein schafft, unter diesen Umständen mehr als vier Schießzeiten in der Woche zu organisieren, halte ich für nicht realistisch“, sagt Dunja Boch. Alle Interessenten durch dieses Nadelöhr zu schleusen – undenkbar. Viele Vereine haben es bleiben lassen.

Boch benennt ein weiteres heißes Thema, dass sie in die Videokonferenz mit der Geschäftsführung des Hessischen Schützenverbands nehmen wird: „Kosten, Kosten, Kosten.“ Der Verband hat Geld eingezogen, wenn auch nicht im maximal befürchteten Umfang. Die neue Umlage von 4,50 Euro je Mitglied über 21 Jahre sieht Dunja Boch aber nur von 2021 auf 2022 verschoben. Denn auf Hessenebene konnte noch keine Delegiertenversammlung darüber beschließen. Im Gegensatz dazu wünscht sich mancher Verein eine Aussetzung der Beiträge für die Zeit, in der kein Sport stattfinden darf.

Den nächsten Online-Stammtisch plant Dunja Boch für die Zeit nach Ostern. Dann vielleicht schon mit der Perspektive, in absehbarer Zeit mit einem Wettkampfprogramm starten zu können.

DIGITAL-FÖRDERUNG

Bis zu 15 000 Euro je Verein: Einen gewissen Raum nahm beim Online-Stammtisch des Schützenbezirks Lahn-Dill außerdem das Thema Digitalisierung ein. Die Hessische Staatskanzlei stellt in diesem Jahr in der neuen Runde des Programms „Ehrenamt digitalisiert“ jedem eingetragenen Verein eine Förderung von bis zu 15 000 Euro in Aussicht. Finanziert wird beispielsweise die Anschaffung von Hard- oder Software. Die Förderrichtlinien sind unter https://digitales.hessen.de zu finden. (jes)

Bezirksmeisterschaft 2021

13.02.2021

Liebe Sportfreunde,

da der Lockdown bereits bis zu 07. März verlängert wurde und nicht absehbar ist wann wir den Schiessbetrieb wieder aufnehmen können, werden alle geplanten Bezirksmeisterschaften in den  Monaten März und April abgesagt, und in den Mai / Juni gelegt.
Die Bezirkssportleitung arbeitet daran, die Planung zu neuen Terminen zu ermöglichen.

Alle bisher erstellten Notfallpläne und Startkarten sind ungültig.

Es werden neue Startpläne und Startkarten veröffentlicht. Diese sind dann bis Ende März alle aktuell.

Wir Danken Ihnen für Ihr Vertrauen und Geduld.
Bleiben Sie gesund !

Mit freundlichen Schützengruß

Christof Hofmann
Bezirkssportleitung 21 Lahn-Dill
(Meisterschaften)

Jahreshauptversammlung

Hallo liebe Mitglieder,

aus gegebenen Anlass müssen wir sehr wahrscheinlich unsere Sitzung auf das 3. Quartal verschieben. Das genaue Datum werden wir – neben den Einladungen – auch an dieser Stelle veröffentlichen.

Bitte bleibt gesund und bis dahin eine ruhige und gute Zeit.

Euer Vorstand am 03.02.2021

Schützen schmieden Pläne für ihre Titelkämpfe

WNZ (Donnerstag, 07.01.2021)
Abläufe für Bezirksmeisterschaften stehen fest

DILLENBURG/WETZLAR (jes). In der Hoffnung, im März schrittweise in den Wettkampfbetrieb zurückkehren zu dürfen, hat der Schützenbezirk Lahn-Dill Ende Dezember seine Planungen für die Durchführung der ersten Bezirksmeisterschaften im Jahr 2021 neu gefasst.

Nachdem sich die Termine für Januar nicht halten ließen, sind die gemeldeten Schützen in den Disziplinen Luftgewehr, Luftgewehr Auflage, Luftpistole und Luftpistole Auflage neu eingeteilt worden.

Der Schützenbezirk hofft, mit der Neuterminierung der Meisterschaften und mit den Neuerungen im Ablauf zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Durch die Bildung von Kleingruppen muss auf den Schießständen jetzt nur jede zweite Bahn belegt werden, und trotz der Verschiebung der Wettkämpfe in den März hinein kann die Meldefrist für die Landesmeisterschaften noch eingehalten werden.

Demnach sollen die 41 Luftpistolenschützen, auf zehn Kleingruppen verteilt, an den Abenden vom 1. bis zum 5. März beim SV Schönbach ihre Ergebnisse auf die Scheiben bringen. Die Luftgewehrmeisterschaften wiederum sollen beim SV Steindorf stattfinden. Dort werden die (einschließlich der Jugend) 73 gemeldeten Schützen insgesamt 19 Wettkampfgruppen mit maximal vier Teilnehmern bilden. Als Termine sind der 8. bis 13. März in den Blick genommen worden.

Am 20. und am 21. März will der SV Erdbach die 57 gemeldeten Luftgewehr-Auflage-Schützen zu deren Bezirksmeisterschaften empfangen. Sie werden den aktuellen Planungen zufolge in zwölf Gruppen mit maximal fünf Aktiven auf den Schießstand treten. Für den 21. März sind in Erdbach außerdem die Titelkämpfe in der Disziplin Luftpistole Auflage vorgesehen. Hierfür haben sich 13 Schützen angemeldet. Sie werden drei Kleingruppen bilden.

Landesverband beendet die Saison

Schützen bereiten nun Kleinkaliberrunden vor / Noch keine Entscheidung für Bezirksebene

Von Werner Wabnitz und Sven Jessen

DILLENBURG/WETZLAR/DARMSTADT . Die im Oktober 2020 begonnenen Hessenliga- und Oberliga-Wettkämpfe der Luftdruckschützen werden wegen der Corona-Pandemie nicht zu Ende geschossen. Landessportleiter Otmar Martin traf bei einer Videokonferenz mit den Bezirkssportleitern und den Referenten des Hessischen Schützenverbandes die Entscheidung, dass die Ligawettbewerbe der Winterpunktrunden abgebrochen werden.

An der vom Sportleiter eröffneten Diskussion beteiligten sich mit Präsidentin Tanja Frank, Vizepräsident Markus Weber und Jugendleiter Stefan Rinke drei weitere Präsidiumsmitglieder, die am vergangenen Freitag gemeinsam mit 33 Bezirkssportleitern und Referenten dem Vorschlag zur Absage der laufenden Punktrunde folgten.

Otmar Martin stellte mit Blick auf die Ligen und auf die bevorstehenden Meisterschaften fest: „Wir wissen zurzeit nicht, wie es mit unserem Sport weitergeht. Bei den Corona-Verordnungen sieht es nach einer Verschärfung aus, deshalb müssen die Punktrunden der Winterrunde endgültig abgesagt werden. Für die bevorstehende Meisterschaftssaison rennt uns die Zeit schon davon.“

Was die Ligen auf Bezirksebene angeht, so ist nach Informationen dieser Zeitung noch keine Entscheidung über einen Saisonabbruch getroffen worden. Es ist aber damit zu rechnen, dass die hessischen Schützenbezirke in den kommenden Wochen reagieren werden, sollte die Politik den Lockdown verlängern oder sogar verschärfen.

Normalerweise wären die Luftdruckwettbewerbe Ende Februar, Anfang März beendet worden. In den Ligen auf Hessenebene wurden bisher aber nur drei Wettkampfrunden ausgetragen, ehe die Saison Anfang November unterbrochen wurde. Auf Bezirksebene blieb die Saison sogar im Anfangsstadium stecken.

Zuversichtlich ist der Ligaleiter des Hessischen Schützenverbandes, Norbert Link, dass die bevorstehenden Punktrunden in den Disziplinen Sportgewehr und Sportpistole, Freie Pistole und in den Vorderladerwettbewerben ausgetragen werden können. Link hofft auf eine Besserung der Corona-Lage im Sommer: „Wir haben deshalb diese Punktrunden geplant.“

Kleinkaliberrunde ist bereits fertig geplant

Norbert Link teilte mit, dass er mit den beteiligten Vereinen bereits gesprochen hat und sie mit seiner Planung zufrieden sind. Sollten die Kleinkaliberrunden nicht wie beabsichtigt im März beginnen können, so sei den Sommer über noch genügend Zeit, eventuell ausgefallene Begegnungen nachzuschießen.

Während der Videokonferenz äußerten mehrere Bezirkssportleiter Bedenken, ob der Sportbetrieb in den Schützenhäusern demnächst wieder begonnen werden kann. Otmar Martin fasste die Meinungen mit folgender Prognose zusammen: „Wir werden im ersten und im zweiten Quartal 2021 kaum etwas machen können.“

Ob in diesem Jahr Hessenmeisterschaften ausgetragen werden, ist noch nicht entschieden. Ob Titelkämpfe auf Landesebene Sinn machen, hängt unter anderem von der Entscheidung des Deutschen Schützenbundes ab, ob dessen Meisterschaften wie geplant ausgetragen werden. Lutz Hans Schlegel, Referent für Kampfrichterangelegenheiten, verwies auf die übrigen 19 Landesverbände des Deutschen Schützenbundes: „Wir sollten auch auf diese Landesverbände schauen, was sie machen.“

Auf die Folgen der langen Zeit ohne Wettkämpfe ging Stefan Leib, Referent für die Disziplin Laufende Scheibe, ein: „Wenn der Wettkampfcharakter fehlt, schadet das unseren Schützen.“ Otmar Martin fasste zusammen: „Deshalb müssen wir unsere Entscheidung über die Ausrichtung der Hessenmeisterschaften vertagen.“

Die Bezirke warten mit ihren Entscheidungen noch ab

Schwierige Aufgaben erwarten damit auch die Bezirkssportleiter, was die Ausrichtung der Meisterschaften auf der untersten Ebene angeht. Im Schützenbezirk Lahn-Dill sollten die Bezirksmeisterschaften in den Luftdruckdisziplinen im März ausgetragen werden. Deren Ergebnisse sind die Voraussetzung, um an hessischen Titelkämpfen teilnehmen zu dürfen.

WNZ (21.01.2021)

Weihnachtsgrüße

Liebe Schützenschwestern und Schützenbrüder, ein schwieriges Jahr geht auch für uns als Schützen zu Ende. Wir konnten so gut wie keine Wettkämpfe durchführen und mit den Treffen Freitags im Schützenhaus ging seit Herbst auch nichts mehr.

Liebe Freunde unseres Sports, wir hoffen sehr das diese Situation bald zu Ende ist und wir uns  wieder im Schützenhaus in gemütlicher Runde treffen können.

Der Vorstand wünscht allen ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise eurer Lieben soweit es möglich ist und einen guten Start ins neue Jahr.

Bleibt alle gesund damit wir uns gesund wiedersehen können.

Liebe Grüße Erwin

Weihnachten 2020

Liebe Schützengemeinde,

leider werden unsere geplanten Weihnachtsfeiern 2020 aus gegebenen Anlass ausfallen.

Wir wünsche Euch dennoch besinnliche Feiertage und ein gesundes 2021

Euer Vorstand am 01.12.2020